Gleich drei Rückrufe bei Renault: Master, Kadjar, Megane, Scenic und Trafic betroffen

Beim Renault Kadjar fehlen möglicherweise Schweißpunkte an den hinteren Längsträgern (Foto: Renault)
Beim Renault Kadjar fehlen möglicherweise Schweißpunkte an den hinteren Längsträgern (Foto: Renault)

Renault muss einige Modelle wegen unterschiedlicher Probleme zurück in die Werkstatt rufen. Bei den meisten Modellen – Megane III, Scenic III, Kadjar, Trafic III sowie Master III – kann der Rotor der Unterdruckpumpe am Fuße des Mitnehmers brechen. Das könne zu einem plötzlichen Stillstand der Unterdruckpumpe führen und somit zur Beendigung der Erzeugung eines Unterdrucks im Bremskraftverstärker und am Magnetventil zur Steuerung des Turboladers, sagte eine Renault-Sprecherin auf Anfrage der Reaktion. Der Vorfall beruht auf einem Riss im Pumpenrotor-Grünkörper während des Sinterprozesses. Möglicherweise sind 108 fehlerhafte Teststücke in den Teilefluss der Serienfertigung gelangt.

Beim Renault Kadjar fehlen möglicherweise Schweißpunkte an den hinteren Längsträgern (Foto: Renault)
Beim fehlen möglicherweise Schweißpunkte an den hinteren Längsträgern (Foto: Renault)

Betroffen sind die oben genannten Modelle mit Fertigung am 29. September, 30. September oder 1. Oktober 2015. Die letzten Fahrzeuge wurden gefertigt am 14. Oktober 2015 (Megane III und Scenic III), 15. Oktober 2015 (Trafic III) sowie am 16. Oktober 2015 (Master III und Kadjar). Weltweit geht es um 2.239, europaweit um 2.107 und deutschlandweit um 332 Fahrzeuge.

Als Abhilfemaßnahme muss die Serien-Nummer der Pumpe kontrolliert werden, falls erforderlich ist die Pumpe auszutauschen. Die Kontrolle der Pumpe umfasst etwa 20 Minuten, ein Pumpenaustausch würde je nach Fahrzeug zwischen knapp einer Stunde und bis zu fast zwölf Stunden dauern. Die läuft bereits seit dem 8. Oktober 2015, das interne Kürzel lautet 0C68. Die Abhilfemaßnahme wurde durch einen Eintrag ins ICM-System dokumentiert.

Zudem müssen 52 in Deutschland, die zwischen dem 16. Oktober und 25. November 2015 gebaut wurden, wegen möglicher fehlender Schweißpunkte an den hinteren Längsträgern in die Werkstatt. Im Falle eines Unfalls kann es zur Beeinträchtigung der Festigkeit des Längsträgers kommen. Das hat Auswirkungen auf die Belastbarkeit und Dauerstandfestigkeit, Aufprallfestigkeit und Verankerung der hinteren Sicherheitsgurte.

Als vorbeugende Maßnahme erfolgt eine Sichtprüfung, ob die Schweißpunkte links und rechts auf dem Längsträger hinten vorhanden sind. Sollte kein Schweißpunkte erkannt werden, erfolgt die Begutachtung durch Techniker. Der Werkstattaufenthalt dauert etwa 20 Minuten, der Start des Rückrufs mit dem internen Kürzel 04 begann am 26. April 2016. Auch hier erfolgt die durchgeführte Maßnahme im Renault-Intranet-System (ICM).

Renault Master

Ferner muss bei 79 Master III, die zwischen dem 9. und 20. September 2015 gebaut wurden, die Turbo-Ölversorgungsleitung ausgetauscht werden. Denn durch eine mögliche Rissbildung am Bördelanschluss der Ölversorgungsleitung des Turbo­laders kann es zu Geruchs- bzw. Rauchentwicklung sowie zu Ölspuren unter dem Fahrzeug kommen. Im Extremfall, beim Lösen der Ölversorgungsleitung vom Turbolader, können Motorschäden sowie Ölaustritt auftreten, was ein Brandrisiko darstellt; zuvor leuchtet eine Warnlampe der Instrumententafel auf.

Die Reparaturzeit beziffert Renault mit rund 2,5 Stunden, das interne Kürzel der Rückrufaktion, die am 19. April 2016 begann, lautet 0C6R.

Meldung in Kooperation mit www.autoservicepraxis.de bereitgestellt

Über Markus Burgdorf 859 Artikel
Markus Burgdorf arbeitet nach journalistischer Ausbildung seit 1989 in Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Als Leiter Öffentlichkeitsarbeit großer Automobilzulieferer und Berater von Unternehmen verschiedener Branchen hat er mehrere Rückrufe erfolgreich durchgeführt. Heute berät er Unternehmen in Risikoprävention und in akuten Krisenfällen.

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