Millionen japanische Fahrzeuge müssen wegen ihrer Airbags in die Werkstatt

Toyota, Honda, Nissan und Mazda rufen weltweit Millionen Autos wegen möglicherweise defekter Airbags zurück. „In Folge eines Produktionsfehlers kann der Druck bei der Entfaltung des Beifahrerairbags zu hoch werden. Dadurch kann es zu Beschädigungen des Airbaggehäuses kommen“, erklärte eine Nissan-Sprecherin gegenüber der Redaktion. Den Herstellern zufolge liegt das Problem in einem defekten .

Airbag-Rückruf: Mögliche Fehlauslösungen bei Produkten des Zulieferers Takata haben eine weltweite Aktion bei japanischen Herstellern ausgelöst. (Foto: Toyota)
Airbag-Rückruf: Mögliche Fehlauslösungen bei Produkten des Zulieferers Takata haben eine weltweite Aktion bei japanischen Herstellern ausgelöst. (Foto: Toyota)

Allein 480.000 Autos sind weltweit bei Nissan betroffen, davon in Deutschland nach aktuellem Stand über 25.000. Die Baureihen Almera (N16). Navara (D22), (R50), (Y61), (R20), Tino (V10) und (T30) aus unterschiedlichen Bauzeiträumen zwischen Mai 2000 und November 2003 müssen in die Vertragswerkstätten. Dort werde die Seriennummer des Beifahrerairbags überprüft. „Wenn sie in den betroffenen Nummernkreis fällt, wird der Airbag ausgetauscht“, sagte die Sprecherin.

Ein Toyota-Sprecher sagte, von den weltweit gut 1,7 Millionen Autos seien rund 62.000 in Deutschland zugelassen. Zurückgerufen werden der Avensis (Bauzeitraum: 22.8.2002 bis 12.4.2003), (22.11.2000 bis 11.3.2004), und sein Nachfolger Avensis-Verso (26.4.2001 bis 8.5.2003), (5.2.2001 bis 25.10.2003), Camry (26.10.2001 bis 31.7.2003) und der Lexus SC430 (27.12.2000 bis 15.04.2003). Der Tausch des Airbag-Moduls dauert den Angaben zufolge je nach Toyota-Modell zwischen 60 und 150 Minuten. Beim Lexus sind fünfeinhalb Stunden nötig.

Honda rechne in Deutschland mit gut 10.000 Autos (Jazz, CR-V und Stream) der Baujahre 2001 bis 2003, die zurückgerufen werden, sagte ein Sprecher auf Anfrage von asp-Online. Weltweit seien es mehr als 1,1 Millionen. Bei Mazda geht es in Deutschland um 5.219 Einheiten von weltweit rund 45.000 Mazda 6 aus den Produktionsjahren 2002 und 2003, wie eine Sprecherin gegenüber unserem Dienst bestätigte. Für den Tausch des Gasgenerators sei eine Arbeitszeit von 60 Minuten kalkuliert.

Zulieferer Takata

Die Airbags stammen vom japanischen Zulieferer Takata, der nach eigenen Angaben weltweit der zweitgrößte Hersteller von Sicherheitssystemen für Autos ist. Der Konzern aus Tokio machte im Geschäftsjahr 2011/2012 rund drei Milliarden Euro Umsatz. Der Europasitz liegt im fränkischen Aschaffenburg, dem Sitz des früheren deutschen Airbag- und Lenkradherstellers Petri AG. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist es der größte Rückruf seit fast 20 Jahren, in den Takata verwickelt ist. Damals hatten fast neun Millionen Autos wegen defekter Sicherheitsgurte überprüft werden müssen.

In deutsche Fabrikate sind die möglicherweise fehlerhaften Airbags wohl nicht eingebaut worden. Bei , Porsche, Opel und der VW-Kernmarke Volkswagen seien die Produkte nicht verwendet worden, teilten die Hersteller auf Nachfrage mit. und prüften ihre Unterlagen zunächst noch. „Takata ist für uns ein eher kleinerer Airbag-Lieferant und wir haben nicht sehr viele Airbags dieses Unternehmens in unseren Fahrzeugen verbaut“, sagte ein BMW-Sprecher.

Meldung in Kooperation mit www.autoservicepraxis.de bereitgestellt.

Über Markus Burgdorf 763 Artikel
Markus Burgdorf arbeitet nach journalistischer Ausbildung seit 1989 in Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Als Leiter Öffentlichkeitsarbeit großer Automobilzulieferer und Berater von Unternehmen verschiedener Branchen hat er mehrere Rückrufe erfolgreich durchgeführt. Heute berät er Unternehmen in Risikoprävention und in akuten Krisenfällen.

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