Wilke Rückruf jetzt auf rund 1.000 Produkte ausgedehnt

WILKE Wurst- und Fleischwarenrückruf zieht immer weitere Kreise

Frischetheke im Supermarkt
Eine Vielzahl von Produkten lieferte WILKE unter verschiedenen Markennamen auch für die Frischetheken der Supermärkte. (Foto: Markus Burgdorf/rueckrufe.net)

Der Wursthersteller Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG aus Twistetal ruft seit 2. Oktober 2019 aufgrund behördlicher Anordnung sämtliche Produkte zurück. Betroffen sind alle im Unternehmen hergestellten Erzeugnisse mit allen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdaten.

Die betroffenen Waren sind durch das auf allen Verpackungen angebrachte ovale Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG” eindeutig zu identifizieren.

Nachdem zunächst behauptet wurde, dass nur Produkte der Marke Wilke von dem Rückruf betroffen seien, hat sich nun herausgestellt, dass Wilke für zahlreiche Supermarktketten auch Produkte unter deren Eigenmarken hergestellt hat. Der Rückruf weitet sich dadurch auf über 1000 unterschiedliche Produkte aus.

Folgende Marken und sind nach derzeitigem Kenntnisstand betroffen:

  • Haus am Eichfeld
  • Metro Chef
  • Service Bund „Servisa“
  • CASA
  • Pickosta
  • Sander Gourmet
  • Rohloff Manufaktur
  • Schnittpunkt
  • Korbach
  • (METRO)
  • Findt
  • Domino
  • Wilke

Eine Liste der betroffenen Produkte haben wir hier für Sie hinterlegt.

Waren der Fa. Wilke wurden aber auch in loser Form über den Lebensmitteleinzelhandel (z. B. Wursttheken) und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung (z. B. Krankenhausküchen, Kantinen) in den Verkehr gebracht. Auch IKEA hat in seinen Restaurants und Mitarbeiterkantinen Produkte von Wilke verwendet.

Der Grund des Rückrufes ist ein Befall der Produktion mit -Bakterien. Behördliche Ermittlungen zufolge besteht ein Zusammenhang von Produkten der Fa. Wilke mit zwei Todesfällen nach dem Verzehr von Brühwurst und Pizzasalami, die durch das Bakterium Listeria monocytogenes ausgelöst wurde.

Eine Listerien-Erkrankung äußert sich meist innerhalb von 14 Tagen nach Infektion mit Durchfall und Fieber. Insbesondere Schwangere, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können auch schwerere Krankheitsverläufe mit Blutvergiftung und Hirnhautentzündung entwickeln. Bei Schwangeren kann, sogar ohne Symptome, das ungeborene Kind geschädigt werden.

Personen, die betroffene Produkte verzehrt haben und schwere oder anhaltende Symptome entwickeln, sollten sofort ärztliche Hilfe aufsuchen und ihren Arzt auf eine mögliche Listerien-lnfektion hinweisen. Schwangere, die betroffene Produkte verzehrt haben, sollten sich auch ohne Symptome in ärztliche Behandlung begeben und sich beraten lassen. Für andere Personen ohne Symptome ist dies nicht sinnvoll.

Verbraucherinnen und Verbraucher, die betroffene Produkte gekauft haben, dürfen diese nicht verzehren. Alle Kunden können den Artikel in den Einzelhandelsverkaufsstellen gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben.

Die Firma hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Auch die Webseite des Unternehmens ist nicht mehr erreichbar. Das ist ärgerlich, denn dort wäre eine umfängliche Verbraucherinformation angebracht.

In den nächsten Tagen werden nach aller Erfahrung mit so großen Rückruf-Skandalen weitere unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht kommen. Einen Vorgeschmack darauf liefert der Video-Beitrag der Hessenschau.

Über Markus Burgdorf 842 Artikel
Markus Burgdorf arbeitet nach journalistischer Ausbildung seit 1989 in Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Als Leiter Öffentlichkeitsarbeit großer Automobilzulieferer und Berater von Unternehmen verschiedener Branchen hat er mehrere Rückrufe erfolgreich durchgeführt. Heute berät er Unternehmen in Risikoprävention und in akuten Krisenfällen.

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